Norwegen im Winter
Mit Abstecher nach Finland & Schweden
15. - 29. März 2026
Mit der "Mein Schiff 3": jenseits des Polarkreises | zum Nordkap | Polarlichter
Auf meiner Bucket-Liste stehen noch einige Dinge:
· den nördlichen Polarkreis überqueren,
· am Nordkap stehen und
· Nordlichter sehen.
Eine Winter-Kreuzfahrt scheint dafür ideal: Das Schiff bringt uns bequem in die Nordlicht-Region, während tagsüber genügend Zeit zum Fotografieren bleibt. Ich entscheide mich bewusst für den März – mit längeren Tagen, winterlicher Landschaft und der Chance auf spektakuläre Nordlichter.
Allerdings stelle ich mir den Norden deutlich winterlicher vor. Entlang der Küste ist der Schnee vielerorts bereits wieder teilweise abgetaut – selbst nördlich des Polarkreises. Der warme Nordatlantikstrom sorgt hier für ein vergleichsweise mildes Küstenklima. Ganz anders sieht es im Landesinneren aus: Dort liegt deutlich mehr Schnee und der Winter zeigt sich von seiner verschneiten Seite. Erst am Nordkap zeigt sich auch an der Küste wieder, wie winterlich der Norden sein kann.
Die Reise hält noch weitere Überraschungen bereit: raue See, rasche Wetterwechsel und eisige Temperaturen. Am Nordkap zwingt uns starker Seegang sogar zu einem zusätzlichen Tag im Hafen.
Doch mehr dazu im folgenden Tagebuch.
Meine Reiseroute
Reisetage im Überblick
Nord-Kurs
Tag 1 · Bremerhaven | Tag 2 · Seetag | Tag 3 · Nordfjordeid – Molde | Tag 4 · Seetag |
Tag 5 – 7 · Tromsø – Finnland | Tag 8 – 9 · Honningsvåg – Nordkap
Süd-Kurs
Tag 1 · Bremerhaven - Die reise beginnt
Fahre um kurz nach 8 Uhr los, nichts los auf der Autobahn, nur etwas nebelig. Kurze Rast im Rasthaus Dammer Berge und bin bereits um 11:30 in Bremerhaven. Also noch Tanken für die Rückfahrt und da ist auch schon der Parkplatz am Kreuzfahrt – Terminal Columbuskaje. Mein Gepäck kann ich direkt am Parkplatz abgeben und da liegt sie, die Mein Schiff 3, mein Zuhause für die nächsten 2 Wochen.
Nach einer Stärkung bei Gosch ist meine Kabine bereits bezugsfertig. Am Nachmittag genieße ich vom Deck den Blick auf die Hafenanlagen und von meinem Balkon die Aussicht auf die Weser. Im Gegenlicht zeichnen sich bei Niedrigwasser die feinen Prielsysteme im Watt ab – kleine, vom ablaufenden Wasser geformte Rinnen, die sich durch die flachen Bereiche ziehen.
Als die Sonne tiefer sinkt, verwandelt sich die Weser schließlich in ein warmes, goldenes Licht.
Gegen 17 Uhr heißt es dann: Leinen los. Die Reise zum Nordkap beginnt. Vorbei an Containerschiffen und gewaltigen Krananlagen geht es entlang der Fahrrinne durch das Wattenmeer langsam hinaus Richtung offene Nordsee.
Der erste Abend klingt schließlich mit einer Vorstellung im Theater und einem Schlummertrunk an der Bar aus.
Tag 2 · Seetag
Der erste Seetag – Zeit zum eingewöhnen, die Seeluft zu genießen und abends im Theater die erste Show der Travestie-Künstlerin Gina de l‘ Amore zu erleben.
Die Travestie-Künstlerin Gina de l‘ Amore begeistert seit über 25 Jahren auf internationalen Bühnen – von Las Vegas bis zum Broadway – und auf namhaften Kreuzfahrtschiffen. Mit begnadetem Live-Gesang und niveauvollem Humor, der (fast) nie unter die Gürtellinie geht, bringt sie ihr Publikum zum Lachen – da bleibt kein Auge trocken!
Tag 3 · Nordfjordeid - Molde
Unser Ziel am dritten Tag ist Nordfjordeid am Ende des Eidsfjords, einem Seitenarm des Nordfjords. Um 7 Uhr morgens zeigt sich bei einem Blick von meinem Balkon, dass sich das Wetter deutlich ändert: Dicke Wolken statt blauer Himmel und die See wird rauer.
Etwas später bin ich an Deck, um das Einlaufen in den Fjord und die Ankunft des Lotsen zu erleben. Die morgendliche Lichtstimmung im Fjord hat schon etwas Besonderes. Wenig später kommt jedoch die Durchsage des Kapitäns: Da wir in Nordfjordeid an einem Schwimmkai festmachen müssten und der Wellengang inzwischen zu hoch ist, werden wir umdrehen und stattdessen nach Molde im Romsdalsfjord fahren.
So verlässt uns der Lotse wieder, das Schiff wendet und nimmt Kurs zurück auf die offene Nordsee.
Etwa zwei Stunden später fahren wir in den Romsdalsfjord ein. Das Wetter bessert sich und während wir an den majestätischen Bergen des Fjords entlangfahren, vorbei an Lachsfarmen, nähern wir uns langsam Molde.
Vom Heck des Schiffes bietet sich ein wunderbarer Panoramablick zurück auf die Einfahrt des Fjords. Rechts ist das Scandic Hotel zu sehen, dessen markante Architektur an ein Segel erinnert.
Von der Steuerbordseite eröffnet sich schließlich noch einmal ein beeindruckender Blick auf den Fjord und die umliegenden Berge.
Der Kai ist zugleich das Stadtzentrum von Molde. Bevor ich zum Scandic Hotel mit seiner außergewöhnlichen, einem Segel nachempfundenen Architektur schlendere, versuche ich noch einmal, diesen besonderen Eindruck fotografisch festzuhalten: Mein Schiff 3 vor den schneebedeckten Bergen – und das Ganze mitten in der Stadt. Für mich ein besonders reizvolles Motiv.
Während ich unterwegs bin, wartet in meiner Kabine eine kleine Überraschung auf mich: Ein Elefant aus Handtüchern 😊. Ich finde, die Crew lässt sich immer wieder nette Gesten einfallen.
Am späten Nachmittag fahren wir noch einmal hinaus nach Skaret. Rund um das traditionsreiche Gasthaus Skarstua stehen typisch norwegische Holzhäuser, eingebettet in die winterliche Landschaft. Das Gasthaus ist zwar geschlossen, doch der zugefrorene See und die klare Wintersonne machen den kleinen Abstecher zu einem besonderen Erlebnis.
Entlang des Frænfjorden geht es anschließend zurück nach Molde und wieder an Bord. Von meiner Kabine aus genieße ich noch einmal den Blick auf den Abendhimmel, bevor gegen 22 Uhr unsere Weiterfahrt beginnt.
Tag 4 · Seetag
Es wird stürmisch und die Wellen kommen von der Seite – alles geht nun etwas breiterbeinig. An den Treppenaufgängen gibt es bereits Spucktüten. Aber teilweise auch ganz tolle Lichtstimmungen.
Damit ich abends gut schlafen kann, nehme ich an einer Weinverkostung teil. 😂
Tag 5-7 · Tromsø - Rentierfütterung - Nordlichter in Finnland
Tag 5 ist eigentlich noch ein Seetag, denn Tromsø erreichen wir erst gegen 17 Uhr. Das Wetter wird stürmischer und der Kapitän sagt, dass die Wellen jetzt bis 6 m Höhe reichen sollen. Regen und Sonne wechseln sich laufend ab und ich sehe sogar Regenbögen. Das Ganze fühlt sich mittlerweile mehr nach einer Expedition als nach einer Kreuzfahrt an. 😂
Aber dafür gibt es hier Rum-Punsch!!!
Schließlich erreichen wir den Grøtsund und fahren weiter in den Tromsøysund ein. Zwischen den Inseln und den verschneiten Bergen wirkt die Wasserstraße fast wie ein natürlicher Kanal. Vor uns liegt Tromsø – rechts die Insel Tromsøya. Schaut man zurück, sieht man noch den blauen Himmel, während es Richtung Tromsø immer dunkler wird.
Doch bevor wir am Kai anlegen können, muss zunächst noch ein anderes Kreuzfahrtschiff den Pier verlassen: die „Ambience“ der Ambassador Cruise Line.
Während wir anlegen, kommt die Tromsøbrua, die Brücke zwischen dem Festland und der Insel Tromsøya, immer näher. Auf der Insel liegt die Stadt Tromsø. Besonders schön zeigt sich dabei die Eismeerkathedrale am gegenüberliegenden Ufer.
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, also buche ich für den Abend eine kleinere Nordlichtfahrt in den Norden der Insel. Tatsächlich hört es später zwar auf zu regnen, aber Nordlichter gibt es trotzdem keine. Tja, die Natur gibt eben keine Garantie.
Tag 6: An diesem Morgen ist das Wetter wie am Vortag: grau in grau und Regen. Tromsø soll eigentlich der Höhepunkt der Reise werden: Nordlichter, Rentier- und Husky-Schlittenfahrten. Der Schnee ist jedoch bereits soweit zurückgegangen, dass die Schlittenfahrten abgesagt werden.
ABER, ich habe Glück. Aus der Rentier-Schlittenfahrt wird eine tolle Rentier-Fütterung. Dafür bekommen wir kleine Futterpellets, auf die die Tiere ganz wild sind. Den Eimer müssen wir hochhalten – sonst würden die Rentiere am liebsten gleich mit dem Kopf darin verschwinden. 😂 Vorsichtig schlecken sie mir das Futter direkt aus der Hand.
Zuerst sitzen wir noch in einem Zelt zusammen und erfahren mehr über das Leben der Sámi. Die Rentierhaltung ist dabei weit mehr als nur eine Tradition – sie ist ein wichtiger Teil ihrer Kultur und Lebensweise. In den nördlichen Regionen ziehen die Herden im Jahresverlauf zwischen ihren Sommer- und Winterweiden. Im Sommer geht es oft bis an die Küste, im Winter wieder in geschütztere Gebiete im Landesinneren.
Rentiere zu halten ist in Norwegen innerhalb der traditionellen Sámi-Rentierhaltungsgebiete grundsätzlich den Sámi vorbehalten. Und weil die Tiere einen beträchtlichen wirtschaftlichen Wert haben, gilt eine Frage als ziemlich unhöflich: „Wie viele Rentiere habt ihr?“ Das wäre ungefähr so, als würde man einen Bekannten ganz direkt nach seinem Kontostand fragen. 😄
Nach der Rentierfütterung schlendere ich noch etwas durch die Stadt. Von der Einkaufsstraße Storgata, die im Winter beheizt und damit eisfrei bleibt, führt mein Weg vorbei an der Territorialprälatur Tromsø. Von hier aus hat man einen schönen Blick über den Tromsøysund auf die Eismeerkathedrale.
Weiter geht es zur Tromsø Domkirke, der nördlichsten protestantischen Kathedrale der Welt und zugleich der einzigen Kathedrale Norwegens aus Holz. Ich schaue auch hinein – und bin überrascht, wie warm und eindrucksvoll der Innenraum wirkt.
Es gäbe noch viel mehr zu sehen in Tromsø, aber das Wetter ist kalt und ungemütlich. Deshalb zieht es mich zurück aufs Schiff, um mich noch ein wenig auszuruhen, bevor es heute Nacht auf große Nordlicht-Safari geht.
Frisch ausgeruht geht es dann abends zum Treffpunkt für die Nordlicht-Tour. Die Aurora-App lässt hoffen, aber es regnet und regnet und meine Hoffnung auf Nordlichter schwindet dahin. Schließlich sitze ich im Bus und unser Guide sagt, dass wir aufgrund des Wetters nach Finnland fahren werden – rund 2,5 Stunden Fahrt.
Die linke Karte zeigt unsere Route, die rechte das Wetterradar. Und man sieht ganz deutlich: Wir fahren im Regen los, weiter durch den Schneeregen, um schließlich in einen wolkenfreien Bereich zu kommen. Und dort ist er: der ideale Nordlicht-Spot!
Ein besonderer Service der Tour: Der Guide macht Fotos von uns vor den Nordlichtern. Der Trick dabei ist, dass zwei Sekunden lang belichtet wird, in denen man sich nicht bewegen darf, gefolgt von einem Blitz, der dich dann scharf einfängt und hell zeigt. Sieht ein bisschen aus, als stünde man vor einer Fototapete – ist es aber REAL! – Die folgenden Fotos sind dann aber wieder von mir.
Es ist schon weit nach Mitternacht und nach einem wärmenden Kakao geht es wieder Richtung Tromsø zurück.
Plötzlich stoppt der Guide und ruft: alle raus, hier tanzt die Aurora. – Und dieses Schauspiel ist wirklich majestätisch. Die sich langsam bewegenden Nordlichter wirken wie riesige Vorhänge, die sich im Wind über den Himmel bewegen. Ich versuche es mit dem Handy zu filmen. Etwas dunkel, aber trotzdem gut zu sehen.
Danach noch einmal das Stativ aufgebaut und bei 4 Sekunden Belichtungszeit entstehen fast schon surreale Bilder.
Wenn ich mir nun die Aufnahmen der Nordlichter anschaue, kann ich sagen: Mission „Nordlichter“ erfüllt!
Tag 7: Da ich von meiner Nordlicht-Tour erst um halb vier Uhr morgens wiedergekommen bin, ist heute Ausruhen angesagt, zumal die Husky-Schlittenfahrt ja abgesagt wurde. So zeigt sich nun die ganze Bandbreite des Wetters: morgens bewölkt, nachmittags blauer Himmel – und als wir um 17 Uhr ablegen, regnet es wieder einmal.
3 Stunden später kommt die Durchsage des Kapitäns: Nordlichter sind über dem Schiff zu sehen!
Die rechte Aufnahme gelang noch mit der Kamera aus der Hand, die weitern Aufnahmen muss ich dann wegen des mangelnden Lichtes mit dem Handy machen. Nicht ganz so gut wie die gestrigen Aufnahmen, aber es zeigt zumindest die Lichtstimmung.
Abends dann eine weitere Show mit Gina de l’Amore. Wirklich sehenswert.
Tag 8-9 · Honningsvåg – Nordkap
Tag 8: Von Westen kommend fahren wir in den Magerøysund, die Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Magerøya. Unser heutiges Ziel ist Honningsvåg im Südosten der Insel und – weit im Norden – das Nordkap.
Auf dem Weg dorthin scheint sich das Wetter immer schneller zu ändern, je weiter wir nach Norden kommen. Gerade noch fahren wir bei blauem Himmel an der MS Havila Pollux vorbei, einem modernen Küstenpassagierschiff, das die klassische Küstenroute Bergen–Kirkenes–Bergen bedient. Kurz danach Weltuntergangsstimmung und Schneetreiben auf meinem Balkon – nur um wenig später bei blauem Himmel im Hafen von Honningsvåg, im Südosten der Insel, am Kai festzumachen.
Honningsvåg wird gerne als „nördlichste Stadt der Welt“ vermarktet. Tatsächlich gibt es jedoch weiter nördlich gelegene Städte bzw. Siedlungen – zum Beispiel Utqiaġvik (früher Barrow) in Alaska oder Longyearbyen auf Spitzbergen. Unbestritten ist dagegen: Honningsvåg ist die nördlichste Stadt Norwegens.
Am Vormittag mache ich einen Ausflug zu den beiden Fischerdörfern Kamøyvær und Skarsvåg.
Auf dem Weg nach Kamøyvær zieht sich die Straße entlang der tief eingeschnittenen Fjorde und Buchten der Insel Magerøya. Je nachdem, in welche Richtung man schaut, wirkt der Himmel zwischen hoffnungsvoll und bedrohlich. Kamøyvær selbst hat nur rund 70 Einwohner, aber eine Besonderheit: das Nordkapp Weihnachts- und Winterhaus. Naja, bis zum Nordpol ist es ja schließlich nicht mehr weit, der ja bekanntlich die Heimat des Weihnachtsmanns ist.
Dann geht es weiter nach Skarsvåg mit rund 60 Einwohnern, vorbei am Scandic Nordkapp. Es liegt am Skipsfjorden und ist das dem Nordkap am nächsten gelegene Hotel. In Skarsvåg angekommen, schneit es dann wieder ordentlich. Auch in diesem traditionellen Fischerdorf leben die Menschen noch heute stark von der Fischerei. Vor allem Kabeljau wird hier gefangen, aufgeschnitten und zum Trocknen aufgehängt – so entsteht der traditionelle norwegische Stockfisch.
Danach geht es wieder zurück zum Schiff und es schneit immer dichter. Aber ich habe es mir ja so gewünscht: Winter am Nordkap. Und ich beschwere mich auch nicht. Aber jetzt weiß ich, was „Wetterumschwung“ bedeuten kann.
Um kurz nach 11 Uhr bin ich im Schneetreiben wieder an Bord, um 14 Uhr stehe ich bei schönstem Sonnenschein wieder an Deck. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Diese enormen Wetterumschwünge sind für mich einfach faszinierend.
Heute Nachmittag geht’s nun zum Nordkap, ein weiterer Sehnsuchtsort, der auf meiner Bucket-Liste steht. So geht es nun wieder nordwärts, allerdings diesmal bei einem Bilderbuch Wetter. Vorbei am Scandic Nordkapp Hotel fahren wir durch die wilde, verschneite Landschaft. Dann, statt nach Skarsvåg abzubiegen, treffen wir hier auf weitere Busse, die alle zum Nordkap wollen. Gefahren wird ab hier im Konvoi, mit einem Schneepflug vorweg. Und die Strasse wird ab hier zur Einbahnstrasse, wäre auch teilweise schwierig mit Gegenverkehr.
Am Nordkap angekommen sehen wir dann auch schon eine Schlange Autos und eine Gruppe Quad-Fahrer, die auf dem angekommenen Schneepflug warten und mit ihm zurück wollen.
Am Nordkap angekommen sehen wir dann auch schon eine Schlange Autos und eine Gruppe Quad-Fahrer, die auf dem angekommenen Schneepflug warten und mit ihm zurück wollen.
Und dann stehe ich am Globus – das Wahrzeichen des Nordkaps – direkt am Rand des 307 Meter hohen und vereisten Plateau, hoch über der Barentssee, einem Teil des Arktischen Ozeans. Der Namen der Barentssee geht auf den niederländischen Seefahrer Willem Barents zurück.
Sorry für dieses Touristenfoto, aber das musste sein.
Sicher unterwegs ist man dort übrigens nur mit Spikes. Nicht alle haben welche dabei und so fährt abends ein Passagier mit eingegipsten Bein im Rollstuhl ins Restaurant.
Das Nordkap – mit 71°10’21“ – gilt als einer der nördlichsten Punkte Europas. Allerdings liegt Knivskjellodden rund 1,4 km weiter nördlich als das Nordkap, ist aber nicht mit dem Auto zu erreichen. Dann gibt es noch den Felsen Kinnarodden als tatsächlich nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes. – Wie auch immer, wenn man sich dem Nordkap nähert, hat man auf jeden Fall das Gefühl, am Ende der Welt angekommen zu sein.
Ich kann mich nicht sattsehen an dieser Weite, der See und den schneebedeckten Felsen. Im Gegenlicht sieht man, wie der Wind den Schnee zu allen möglichen Figuren aufwirbelt.
Unmittelbar am Nordkapplateau steht die Oscarsäule. Sie erinnert an den Besuch von König Oskar II. von Norwegen und Schweden, der am 2. Juli 1873 das Nordkap bestieg und das Denkmal selbst enthüllte. Die Säule markierte damals zugleich die äußerste Grenze des Königreichs. Der Besuch des Königs gilt als wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Nordkaps zum Reiseziel.
Und als die Sonne tiefer sinkt, geht es so langsam wieder zurück. Natürlich wieder im Konvoi und mit der untergehenden Sonne habe ich unvergessliche Eindrücke von diesem Tag.
Tja, noch ganz beeindruckt von den Eindrücken vom Nordkap und dem wunderbaren Wetter, hat sich das Wetter auf dem weiteren Weg nach Süden inzwischen deutlich verschlechtert. So teilt uns der Kapitän mit, dass wir noch einen Tag länger in Honningsvåg bleiben werden. Die Ölplattformen vor dem Festland melden per Funk Wellenhöhen von 10 bis 13 Metern. Da auf unserem weiteren Weg nach Narvik mit solchem Seegang zu rechnen ist, geht die Sicherheit natürlich vor.
Nach dem neuen Plan kommen wir somit erst einen Tag später in Narvik an. Schade, denn damit fällt die nächtliche Fahrt in Narvik mit dem Arctic-Train aus. Gerade auf dieser Fahrt hatte ich mir noch einmal spektakuläre Nordlicht-Fotos erhofft.
Als kleinen Trost sehe ich abends trotz der Wolken vom Schiff aus auch ein paar Nordlichter.
Tag 9: Wenn ich schon einen weiteren Tag in Honningsvåg feststecke, gönne ich mir heute ein Frühstück mit besonderer Aussicht und zwar in der Café Lounge im Diamanten am Heck der Mein Schiff 3.
Einige der Passagiere, die am Vortag bei schlechtem Wetter am Nordkap waren und aufgrund des Schneesturms nicht viel sehen konnten, nutzen heute die Gelegenheit, noch einmal zum Nordkap zu fahren. Ich jedoch schlendere noch ein wenig durch den Ort und genieße den Blick auf das Schiff im Sonnenschein vom Ufer aus.
Vom Deck des Schiffes noch einmal der Blick auf das gegenüberliegende Ufer und man sieht schon, wie von Süden her schon wieder die Wolken hereinziehen.
Abends heißt es dann wieder: Leinen los, und wir verlassen Honningsvåg nördlich. In der Dunkelheit geht es nun um das Nordkap herum Richtung Narvik – diesmal auf einer anderen Route als bei unserer Anreise.
Tag 10 · Seetag & Polarkreis-Taufe
Heute ist wieder ein Seetag und obwohl der Himmel erst sehr verhangen war, klarte er später auf.. Bei deutlich ruhigerer See konnten wir sogar einige Fischkutter beobachten..
Auf Grund des Seegangs auf der Hinfahrt, fand keine Polarkreis-Taufe statt. Das wird heute nachgeholt. Zwar befinden wir uns im Moment zwischen Tromsö und Narvik, also weit oberhalb des Polarkreises, aber man muss die Chance des ruhigen Wetters nutzen.
Solche Taufen werden auf den Kreuzfahrtschiffen gerne zelebriert und es gibt immer einen Anlass zur Feier, sei es eine Atlantik-Überquerung, eine Äquator-Überquerung oder eben die Überquerung des Polarkreises.
So erscheint Neptun mit seinem Gefolge und damit man sich für die Polarkreis-taufe würdig erweist, muss man Seewürmer mampfen und Algen-Glibber trinken. Ich hab‘ die Alkoholvariante des Glibbers gewählt, man weiß ja nie 😂. Und natürlich gibt es danach ein Zertifikat und ein Erinnerungsfoto.
Abends gibt es dann Gina de l’Amore in ihrer letzten Vorstellung und zum Schluss, als besonderer Höhepunkt, nimmt sie Schmuck und Perücke ab und man sieht eine ganz besondere Verwandlung.
Tag 11 · Narvik - PREVIEW
Ausführlicher Text und mehr Fotos folgen in Kürze.
Tag 12 · Seetag - PREVIEW
Ausführlicher Text und mehr Fotos folgen in Kürze.
Tag 13 · Ålesund - PREVIEW
Ausführlicher Text und mehr Fotos folgen in Kürze.
Tag 14 · Seetag - PREVIEW
Ausführlicher Text und mehr Fotos folgen in Kürze.
Tag 15 · Ankunft in Bremerhaven - Eine Reise geht zu Ende
Das Schiff kommt schon ganz früh in Bremerhaven an, aber ich habe noch ausgiebig Zeit an Bord zu Frühstücken, bevor es heißt: Abschied nehmen.
Wieder geht eine wundervolle Reise voller einmaliger und „bewegender“ Eindrücke zu Ende.
Einmalig, weil sich meine Wünsche erfüllten: Ich war weit oberhalb des 66. Breitengrades, sah Nordlichter in unvorstellbarer Pracht und stand am Nordkap bei strahlendem Sonnenschein vor der Weite der Barentssee.
Bewegend, im wahrsten Sinne des Wortes, weil der Seegang teilweise doch recht rauh war. Dazu durfte ich teilweise drei Jahreszeiten (Herbst, Winter und Frühling) innerhalb von zwei Stunden erleben.
So gehe ich voller Dankbarkeit von Bord und fahre mit vielen schönen Erinnerungen nach Hause.